Die Lieder des Evangelischen Gesangbuchs gelten allgemein als langweilig. Sie sind es aber nur, wenn sie langweilig musiziert und gesungen werden. Gottlob gibts NEOludium! Viele Lieder sind dabei, deren Melodien das ganze Mittelalter hindurch den Gesang in den Klöstern getragen hatten. Viele Luther-Lieder gehören dazu wie "Nun komm der Heiden Heiland" (EG 4), "Christ lag in Todesbanden" (EG 101), andere hat Luther in ähnlicher Manier dazuerfunden wie "Ein feste Burg" (EG 362 - alte Melodie!). Manche Melodien sind zur Renaissance-Zeit auf Märkten und in Kneipen als Tänze oder Bänkellieder populär gewesen, wahrscheinlich mit derben Sprüchen und Spott auf weltliche und kirchliche Obrigkeiten gewürzt. In letzter Zeit, da die sog. Mittelalter-Märkte in Mode gekommen sind, kann man, finde ich, sich wieder ganz gut vorstellen, mit welcher KURTZWEIL diese Lieder damals begabt waren. Daher möchte ich dazu einladen, sie mit Flöten, Trommeln, Leiern, Schnarren, Lauten, Dudelsäcken und ähnlichen alten Instrumenten neu zu hören, zu spielen und so ihren alten Charme wieder zu entdecken. Sing doch einmal das Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" (EG 85 - nach der alten Melodie!) als mittelalterliches Liebeslied, als Minnegesang an den "Bräutigam" der christlichen Gemeinde - mit liebevollem Schwung im Dreiertakt ... Nun, gefällts? Dann melde Dich unter "Kontakt" zu gemeinsamem Probieren und Musizieren! |